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Buchrezensionen

Details

Joe Hill
Thumbprint

Rezension © 2014 by Tiberius für joe-hill.de, BookOla.de


Kurzbeschreibung

Thumbprint ist eine Kurzgeschichte von Joe Hill. Sie erschien im März 2007 in der Anthologie ‚Postscripts‘ und als eigenständiges ebook seit 23. Oktober 2012. Ebenfalls verfügbar ist eine gebunden Ausgabe der Kurzgeschichte über den Idea and Design Works Llc Verlag aus Großbritannien. Die deutsche Ausgabe von Band 1 wird im November 2014 erscheinen.

Kurz zur Handlung:
Mallory Grennan ist ein Kriegsveteran. Sie kehrt in ihre alte Heimat zurück, nachdem ihre Kompanie in Abu Ghraib in die Schlagzeilen kam, weil sie Gefangene misshandelten und demütigten. Neben ihren eigenen Erinnerungen an ihre Erlebnisse in Afghanistan kommen nicht identifizierbare Briefumschläge hinzu. In ihnen enthalten sind Fingerabdrücke von Daumen welche mit dem Schrecken der Soldaten im Krieg verbunden sind.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist Joe Hills Abrechnung mit den Berichten über die Soldaten der US-Armee in Afghanistan und speziell die Soldaten des Gefängnisses in Abu Ghraib. Diese waren in extreme Kritik geraten als Bilder in Umlauf kamen, welche sie zusammen mit Gefangenen zeigten. Die internierten Afghanen wurden nach zu menschlichen Pyramiden aufgestapelt, körperlich und psychisch misshandelt und enormen Qualen ausgesetzt um Informationen aus ihnen herauszubekommen.
Doch auch die Soldaten der US-Armee leiden unter dem Krieg ihrer Nation. Mal erinnert sich an 12-Stunden-Schichten, die sie nur mit Hilfe von Wachmachern übersteht. Die Aufgedrehtheit von ihr und ihrer Kollegen die sie reizbar machen. Den Gestank und die Hitze des Gefängnisses, die Brutalität der Einsätze und die Grausamkeit der Realität des Krieges.
Joe Hill ist für mich jemand, der sehr lebhafte Geschichten erzählen kann. Er schafft es durch seinen Stil einen typischen Spannungsbogen einer Horrorgeschichte so stark aufzubauen, dass seine Geschichten in Erinnerung bleiben. Thumbprint ist anders. Es ist zu großen Teilen eine Rückblende aus Mals Sicht. Zum anderen eine Geschichte, wie sich ein Kriegsveteran in der normalen Welt zurechtfindet. Oder eben auch nicht. Hill ist hier feinfühlig. Er schafft es in meinen Augen aus der Sicht einer weiblichen Soldatin zu schreiben, die sich neben den gewöhnlichen Schrecken auch Vorurteilen ihrer sexuellen Ausrichtung gegenüberstellt. Die auch in ihrer Heimat ihr Gewehr in wenigen Sekunden auseinanderlegen und wieder zusammenbauen kann und jeden Tag mehrere Meilen läuft.

Fazit:

Was mich besonders an dieser Geschichte fasziniert ist die Tatsache, dass das Grauen hier keinen übernatürlichen Ursprung hat. Keine Zombies oder Vampire. Keine Aliens oder Werwölfe, die jemanden zerfleischen wollen. Hill beschreibt eine sehr realistische Geschichte in der Menschen anderen Menschen Leid zufügen und damit leben und überleben müssen.

   
© Copyright 2016 by www.joe-hill.de